{"id":13482,"date":"2025-07-02T22:29:31","date_gmt":"2025-07-02T20:29:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/?p=13482"},"modified":"2025-07-03T08:17:58","modified_gmt":"2025-07-03T06:17:58","slug":"ich-kann-nicht-hassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/?p=13482","title":{"rendered":"\u201eIch kann nicht hassen!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Auschwitz-\u00dcberlebende Eva Szepesi in der Claus-von-Stauffenberg-Schule<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Teilnehmende-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"13483\" src=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Teilnehmende-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13483\" srcset=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Teilnehmende-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Teilnehmende-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Teilnehmende-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Teilnehmende-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Teilnehmende-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"773\" data-id=\"13485\" src=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium1-1024x773.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13485\" srcset=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium1-1024x773.jpg 1024w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium1-300x226.jpg 300w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium1-768x580.jpg 768w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium1-1536x1160.jpg 1536w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium1-2048x1546.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium-aus-der-Ferne-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"769\" data-id=\"13484\" src=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium-aus-der-Ferne-1024x769.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13484\" srcset=\"https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium-aus-der-Ferne-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium-aus-der-Ferne-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium-aus-der-Ferne-768x577.jpg 768w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium-aus-der-Ferne-1536x1153.jpg 1536w, https:\/\/www.claus-von-stauffenberg-schule.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Podium-aus-der-Ferne-2048x1538.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Die ersten sechs Lebensjahre lebte Eva Szepesi in der liebevollen Geborgenheit ihrer Familie und ihres Freundeskreises. Lange Haare, Z\u00f6pfe, Puppe Erika. Eine gl\u00fcckliche Kindheit. Dann \u00e4nderte sich die Atmosph\u00e4re in der Schule, sie durfte nicht mehr im Chor mitsingen, musste auf Liebgewonnenes verzichten und auch viele Freundinnen wendeten sich von ihr ab. Die Shoah, die Judenverfolgung des Holocaust, hatte Ungarn erreicht, wo Eva Szepesi mit ihrem j\u00fcngeren Bruder Tam\u00e1s aufwuchs. \u201eJemand hat sie aufgehetzt\u201c, erkl\u00e4rte ihr ihr Vater das ausgrenzende Verhalten ihrer Schulkameradinnen. \u201eSie k\u00f6nnen nicht anders.\u201c Aber der Schmerz blieb. Mit elf Jahren kam f\u00fcr die heute 92-J\u00e4hrige die Flucht, die Trennung von ihrer Familie und den Menschen, die sie kannte und liebte, und schlie\u00dflich der Transport im stinkenden Viehwagon ins KZ Auschwitz-Birkenau. F\u00fcnfzig Jahre hatte sie von da an \u00fcber das Erlebte geschwiegen, konnte es nicht verarbeiten. Heute berichtet die Tr\u00e4gerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande offen \u00fcber das erfahrene Leid. \u201eSag, du seist 16 Jahre alt\u201c, riet der damals 12-J\u00e4hrigen eine W\u00e4rterin bei der Ankunft in Auschwitz. Sechzehnj\u00e4hrige wurden zur Arbeit herangezogen. J\u00fcngere wurden entweder f\u00fcr medizinische Experimente eingesetzt oder gleich vergast. So \u00fcberlebte Eva Szepesi das entw\u00fcrdigende Eingangsszenario in das KZ mit Kopfrasur und kompletter Entkleidung bei eisigen Temperaturen. Man t\u00e4towierte ihr die H\u00e4ftlingsnummer A26887 auf den Unterarm. Munition musste sie putzen und andere Aufgaben erledigen. K\u00f6rperlich ging es ihr zunehmend schlechter. Zum \u201eTodesmarsch\u201c nahm man sie nicht mit, da man sie in ihrem h\u00f6chstgeschw\u00e4chten Zustand bereits f\u00fcr Tod hielt. Sie \u00fcberlebte die Grausamkeiten der dreimonatigen Gefangenschaft im KZ und konnte nach der Befreiung des Konzentrationslagers am 27. Januar 1945 wieder langsam zu Kr\u00e4ften kommen und in ihre ungarische Heimat zur\u00fcckkehren. 1954 zog sie mit ihrem Ehemann Andor Szepesi nach Frankfurt, wo sie heute noch lebt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr habt die Verantwortung, f\u00fcr die Zukunft wachsam zu sein!\u201c, rief sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Claus-von-Stauffenberg-Schule in der vollbesetzten Aula zu und nahm sich die Zeit, auf jede der zahlreichen Sch\u00fcler-Fragen einzugehen. Auf die Frage, wie sie heute \u00fcber die W\u00e4rter denkt, antwortete sie: \u201eIch kann nicht hassen. \u2026 Ich bin traurig, ich erlebe Wut, aber ich kann nicht hassen.\u201c Und wie es ihr mit ihrer H\u00e4ftlingsnummer geht? \u201eDie Nummer geh\u00f6rt zu mir. Ich h\u00e4tte die T\u00e4towierung wegmachen lassen k\u00f6nnen, aber ich wollte es nicht. Es geh\u00f6rt zu mir.\u201c Jahrelang sah ihre Tochter Anita die T\u00e4towierung, sp\u00fcrte die unausgesprochene Last, die ihre Mutter Tag f\u00fcr Tag trug und erlebte dann, wie sie nach f\u00fcnfzig Jahren endlich ihr Schweigen beendete. Anl\u00e4sslich einer Gedenkveranstaltung begann sie vor Jugendlichen, von ihren schlimmen Erlebnissen zu berichten. Es entstand die Autobiographie \u201eEin M\u00e4dchen allein auf der Flucht\u201c. Viele Begegnungen an Schulen und anderen Orten folgten, in denen sie vor allen Dingen junge Menschen mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und herausfordert. Nun durften wir Eva Szepesi, begleitet und unterst\u00fctzt von ihrer Tochter Anita Schwarz, an der Claus-von-Stauffenberg-Schule erleben. F\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, aber auch f\u00fcr die vielen anwesenden Lehrkr\u00e4fte war es eine ebenso beeindruckende wie auch sehr nachdenklich stimmende Begegnung, deren Botschaft und Eindr\u00fccke noch lange nachwirken werden.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a> <em>Wir danken Eva Szepesi und ihrer Tochter Anita Schwarz f\u00fcr das Kommen, ihre Zeit und ihre offenen Worte. Dar\u00fcber hinaus danken wir Petra W\u00fcrz, die den Kontakt zu Eva Szepesi hergestellt und die Veranstaltung m\u00f6glich gemacht hat. Au\u00dferdem danken wir der Stiftung der Sparkasse Langen-Seligenstadt f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auschwitz-\u00dcberlebende Eva Szepesi in der Claus-von-Stauffenberg-Schule Die ersten sechs Lebensjahre lebte Eva Szepesi in der liebevollen Geborgenheit ihrer Familie und ihres Freundeskreises. Lange Haare, Z\u00f6pfe, Puppe Erika. Eine gl\u00fcckliche Kindheit. 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